Reiner Schöne

Gott (Stimme)

Reiner Schöne
Foto: © Sascha Wünsch

Reiner Schöne wuchs in Weimar auf und absolvierte von 1960 bis 1963 ein Schauspielstudium am Schauspielstudio des Deutschen Nationaltheaters in Weimar. Er war als Schauspieler und Liedermacher in der DDR bereits erfolgreich, als er 1968 nach einem Konzert in West-Berlin in die Bundesrepublik Deutschland flüchtete.

Im Westen gelang ihm noch im selben Jahr als Musicalstar Berger in der deutschen Erstaufführung von Hair der Durchbruch. Er arbeitete als Liedermacher und Sänger (mit der Reiner-Schöne-Band) und weiter in dem Musical Jesus Christ Superstar (1972). 1970 nahm Schöne an der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision de la Chanson teil und belegte mit Allein unter Millionen – Musik und Text von Günter Sonneborn – einen geteilten zweiten Platz. Trotz dieses Erfolges erschien der Titel nie auf Platte. Sein größter Hit wurde die Single Werd ich noch jung sein, wenn ich älter bin, deren Text von Konstantin Wecker stammt.

Als Schauspieler drehte Reiner Schöne mit Hollywoodgrößen wie Lee Van Cleef (Sabata kehrt zurück), Clint Eastwood (Im Auftrag des Drachen) oder Kris Kristofferson (Amerika). In Deutschland war er 1976 in der erfolgreichen HR-Produktion Der Winter, der ein Sommer war zu sehen. 1985 siedelte er in die Vereinigten Staaten über, wo er sich auf einer Ranch in der Nähe von Los Angeles niederließ. In Hollywood wirkte er in zahlreichen bekannten Fernsehserien mit, darunter Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert, MacGyver, Matlock, Mord ist ihr Hobby, Babylon 5 und JAG – Im Auftrag der Ehre. 1990 war er Moderator der Fernseh-Show Fort Boyard auf Sat.1. Einer seiner letzten Hollywood-Filme war Crash Dive mit Michael Dudikoff im Jahr 1997.

2002 kehrte Schöne nach fast zwanzig Jahren in den USA nach Deutschland zurück und setzte hier seine Karriere fort. Durch die Mitwirkung in Kinofilmen wie Null Uhr 12, Otto – Der Katastrofenfilm, (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 sowie in Fernsehfilmen wie Die Todesgrippe von Köln (Sat.1) und Fast perfekt verlobt (ProSieben) wurde er schnell wieder präsent. Deutsche Serien und Reihen, in denen er als Gastdarsteller spielte, sind unter anderem Großstadtrevier, Edel & Starck und Das Traumschiff, dazu kommen mehrere Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen. Schöne wirkte auch in zahlreichen Kinder- und Jugendproduktionen mit. Als Henry von Humboldt war er 2009 in der KiKA-Serie Mystery Challenge zu sehen.

Auch als Synchronsprecher wurde Reiner Schöne bekannt, so lieh er z. B. Willem Dafoe in mehreren Filmen seine Stimme, war für Mickey Rourke in Sin City zu hören oder sprach für Ralf Möller in Gladiator. Darüber hinaus synchronisierte er Darth Vader in Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith und Star Wars Rebels, Captain Teague in Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt, Eddie Temple in Layer Cake, James Earl Jones in Two and a Half Men und The Big Bang Theory, sowie Optimus Prime in der deutschen Version der Transformers-Reihe. Für den Film Australia war er als die Stimme von Bryan Brown aktiv. Im Kinofilm Die Schlümpfe sprach er die Rolle des Papa Schlumpf. In Iron Man 2 synchronisierte er erneut Mickey Rourke in seiner Rolle als Ivan Vanko. Sam Elliott lieh er seine Stimme in Hulk und Ghost Rider.

In der Hörspiel-Thriller-Reihe „Die Prüfung“ von Wolfy-Office sprach er, unter der Regie von Kim Jens Witzenleiter, den Polizisten Henry.

Seit 2008 ist er als Sprecher bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg zu hören. Bereits 1996 war er bei diesen als Old Death in Winnetou und der Scout sowie 2002 als Old Firehand in Im Tal des Todes zu erleben.

Schöne ist seit mehreren Jahren Werbesprecher der Baumarktkette Toom Baumarkt.

Bei den Proben zu dem Theaterstück Jedermann in Berlin unter Brigitte Grothum lernte er die Maskenbildnerin und heutige Partnerin Anja Drendel (* 1980) kennen. Mit ihr hat er zwei Töchter. Im Juli 2010 heiratete das Paar. Die Familie lebt in Berlin.

Website: https://www.reinerschoene.de/