Thomas Thieme

Tod

Thomas Thieme
Foto: © Mathias Bothor

Thomas Thieme, ein herausragender Künstler mit einer faszinierenden Lebensgeschichte, ist eine wahre Inspiration. Geboren in Weimar als Sohn eines Rechtsanwalts, der im Ersten und Zweiten Weltkrieg diente, begann Thiemes Weg zunächst mit dem Ziel, Architekt zu werden. Doch das Regime der DDR und seine Zeit bei der Nationalen Volksarmee lenkten seinen Weg um. Er fand seine wahre Berufung in der Schauspielerei und absolvierte von 1970 bis 1973 seine Ausbildung an der Staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin.

Seine Karriere begann mit Engagements an verschiedenen Theatern in der DDR. Doch die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR, die er als “muffig, schmierig und duckmäuserisch” beschrieb, ließen ihn 1981 einen Ausreiseantrag stellen. Trotz vieler Schikanen gelang ihm 1984 die legale Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland.

In Westdeutschland blühte Thiemes Karriere auf. Er wirkte am Schauspiel Frankfurt und später am Burgtheater in Wien. Seine Darbietungen in Stücken wie “Die Mutter”, “Edward II.” und “König Lear” zeigten seine beeindruckende Vielseitigkeit. Sein Talent führte ihn auch an die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin und zurück nach Wien, wo er unter anderem in “Edward II.” unter der Regie von Claus Peymann glänzte. Seine Rolle als Richard III. brachte ihm im Jahr 2000 die Auszeichnung als Schauspieler des Jahres ein.

Neben dem Theater machte sich Thieme auch in Film und Fernsehen einen Namen. Er spielte in “Das Leben der Anderen”, das den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann, und in weiteren bedeutenden Produktionen wie “Der Untergang” und “Der Baader Meinhof Komplex”. Seine Fähigkeit, komplexe und oft zwielichtige Charaktere darzustellen, zeichnet ihn besonders aus.

Auch als Hörspielsprecher und Leser hat Thieme sein Können unter Beweis gestellt, unter anderem in der über 22 Stunden langen Hörspielproduktion von “Ulysses” und in Lesungen für MDR Kultur.

Sein Privatleben hält Thieme weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Er ist Vater des Musikers Arthur Thieme und wurde für sein Lebenswerk mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der Askania Award 2020.

Thomas Thieme ist ein Künstler, der sich nicht nur durch sein Talent, sondern auch durch seinen Mut und seine Integrität auszeichnet. Seine Entscheidung, die DDR zu verlassen, und seine beeindruckende Karriere in Theater, Film und Fernsehen machen ihn zu einer einzigartigen und inspirierenden Persönlichkeit in der Welt der darstellenden Künste.

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