Zuschauerstimme:

Der glamouröse Einstieg mit Maya Forster im Cinematic Soulpop Style, schmettert pures GOLD auf die Bühne. Mit ihrem “I am gold“ Song legt Maya Forster dem Publikum sanft und gekonnt eine Infusion, die mit jedem einzelnen Tropfen heilsam und lichtvoll in die Tiefen rinnt, um schließlich energiegeladen himmlische Sphären zu durchstoßen. Schwebend, hoffend, erlösend. Voller Glut und Glanz.

Julian Weigend manövriert aus tiefster Inbrunst das Publikum durch einen emotional kalkulierten Parabelflug, steigt hinauf, bis die Luft immer dünner wird, um mitten im Höhenrausch diesen toxischen Schleudersitz zwischen Agonie und Arroganz lauthals zu verlassen und uns alle in die Stille zu führen. Punktlandung. Ein verspätetes, glühendes Bekenntnis im Hafen der Demut, Liebe. Ganz im Licht.

Die Inszenierung, unter der sorgsamen Feder von Nicolai Tegeler, erreicht in ihrer puristischen Umsetzung umso mehr eine Tiefe, die berührt, ergreift, nachklingt.

Und gleichzeitig gelingt es dem Regisseur und seinem wundervollen Team, in dieser Tiefe ein breites Publikum zu erreichen – Von Jedermannneulingen bis Jedermannkenner, von jung bis alt. Ein Appell, ein Rausch, eine Depesche an Suchende.

Der Zündstoff JEDERMANNS nach Hugo von Hofmannsthal trägt nach über 100 Jahren eine Brisanz, die dringlicher nicht sein könnte und unbedingt auf Podium und Bühne gehört. Ein Pflichtfach für die Lebensschule.

Claudia Hauboldt, Publikum